<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Dominik Osterholts privates Weblog – Listen Up! &#187; Gewissensfrage</title>
	<atom:link href="http://osterholt.org/weblog/archiv/category/gewissensfrage/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://osterholt.org/weblog</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 15 Jun 2010 21:03:57 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Gewissensfrage (2)</title>
		<link>http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/22/gewissensfrage-2/</link>
		<comments>http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/22/gewissensfrage-2/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2006 15:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewissensfrage]]></category>
		<category><![CDATA[auto]]></category>
		<category><![CDATA[gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[nacht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/22/gewissensfrage-2/</guid>
		<description><![CDATA[Die folgende Gewissensfrage stellte ich bereits vor zwei Jahren Dr. Dr. Rainer Erlinger, seines Zeichens Gewissensexperte des Magazins der S&#252;ddeutschen Zeitung. Leider hat er nie geantwortet; die Beantwortung der folgenden Frage &#252;berlasse ich daher meinen Lesern:
Vor einiger Zeit fuhr ich nach dem Besuch einer Sp&#228;tvorstellung im Kino allein mit dem Auto zur&#252;ck in meinen ca. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die folgende Gewissensfrage stellte ich bereits vor zwei Jahren <a href="http://www.dradio.de/dlr/sendungen/gespraech/300980/">Dr. Dr. Rainer Erlinger</a>, seines Zeichens <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/index.php?id=166">Gewissensexperte</a> des Magazins der S&#252;ddeutschen Zeitung. Leider hat er nie geantwortet; die Beantwortung der folgenden Frage &#252;berlasse ich daher meinen Lesern:</p>
<p>Vor einiger Zeit fuhr ich nach dem Besuch einer Sp&#228;tvorstellung im Kino allein mit dem Auto zur&#252;ck in meinen ca. 14 km entfernten Heimatort. Am Ortsausgang der Stadt des Kinobesuchs stand eine Anhalterin und bat winkender Weise um Mitnahme. Normalerweise nicht meine Art, hielt ich &#8211; auch wegen der schon vorger&#252;ckten Stunde, es war etwa 2 Uhr morgens &#8211; f&#252;r die junge Frau von etwa 25 Jahren an. Sie fragte, ob ich zuf&#228;llig bis zu ihrem etwa 30 Kilometer entfernten Heimatort fahren w&#252;rde. Ich verneinte, bot ihr aber an, sie zumindest bis zu meinem Heimatort &#8211; etwa die halbe Strecke also &#8211; mitzunehmen. Von dort aus k&#246;nne Sie ja versuchen, per Anhalter oder Taxi weiterzukommen. Nach kurzem &#220;berlegen stieg die junge Frau ein. Auf der Fahrt unterhielten wir uns ein wenig. Sie erw&#228;hnte einen vorangegangenen Streit mit ihrem Freund, aufgrund dessen sie ihren letzten Bus verpasst habe.</p>
<p>Nach etwa 20 Minuten Fahrt erreichten wir meinen Heimatort. An einer Bushaltestelle hielt ich an, und wies darauf hin, dass ich an der n&#228;chsten Ampel rechts abbiegen und nach Hause fahren w&#252;rde. Darauf bat sie mich, doch noch &#8220;ein St&#252;ck&#8221; weiterzufahren und sie bis nach Hause zu bringen. Ich verneinte, und verwies auf meine Ank&#252;ndigung zu Beginn der Fahrt. Nach nochmaliger Nachfrage ihrerseits und wiederholter Verneinung meinerseits stieg die junge Frau offensichtlich beleidigt aus. Ich fuhr nach Hause, es war gegen halb 3 Uhr morgens. Mein schlechtes Gewissen hielt mich sicherlich noch eine Stunde lang wach.</p>
<p>H&#228;tte ich die junge Frau nach Hause bringen m&#252;ssen? War meine Ank&#252;ndigung zu Beginn der Fahrt Rechtfertigung genug, sie nachts allein an der Bushaltestelle stehen zu lassen? War es vielleicht &#8211; nicht zuletzt wegen meines Wissens, dass fr&#252;hestens gegen 7 Uhr morgens der n&#228;chste Bus fahren w&#252;rde &#8211; sogar meine Pflicht und Verantwortung, sie nach Hause zu bringen?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/22/gewissensfrage-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gewissensfrage (1)</title>
		<link>http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/11/gewissensfrage/</link>
		<comments>http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/11/gewissensfrage/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Aug 2006 10:53:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewissensfrage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/11/gewissensfrage/</guid>
		<description><![CDATA[Heute morgen klingelt es an der Haust&#252;r.
Ein junger Mann von vielleicht 28 Jahren steht vor der T&#252;r, und fragt nach meiner Bereitschaft, an einer Umfrage zum Thema &#8220;Drogenmissbrauch&#8221; teilzunehmen. Nur 5 Fragen, zwei Minuten. Ich stimme zu. Belanglose Fragen: &#8220;Hast du Menschen im Bekanntenkreis, die mit Drogen zu tun haben?&#8221;, &#8220;Wie hoch sch&#228;tzt du die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute morgen klingelt es an der Haust&#252;r.</p>
<p>Ein junger Mann von vielleicht 28 Jahren steht vor der T&#252;r, und fragt nach meiner Bereitschaft, an einer Umfrage zum Thema &#8220;Drogenmissbrauch&#8221; teilzunehmen. Nur 5 Fragen, zwei Minuten. Ich stimme zu. Belanglose Fragen: &#8220;Hast du Menschen im Bekanntenkreis, die mit Drogen zu tun haben?&#8221;, &#8220;Wie hoch sch&#228;tzt du die R&#252;ckfallquote nach einer Therapie ein?&#8221; und &#196;hnliches. Letzte Frage: &#8220;W&#252;rdest du einem ehemaligen Drogens&#252;chtigen helfen wollen?&#8221; &#8211; Klar, im Rahmen meiner M&#246;glichkeiten, nat&#252;rlich.</p>
<p>Vielen Dank f&#252;r&#8217;s Mitmachen, meint der Typ, nun zum Hintergrund, und warum er das hier mache. F&#252;r ihn sei das Besch&#228;ftigungstherapie, er habe selbst eine Drogentherapie hinter sich, und mache nun diese Umfragen. Im Anschluss b&#246;te er den Teilnehmern Zeitschriften aus &#220;berproduktionen eines Verlags an, die f&#252;r ab 2 Euro pro Woche &#252;ber ihn zu beziehen seien. Damit k&#246;nne er eine Wohnung und ein geringes Auskommen finanzieren, um wieder ein geregeltes Leben zu f&#252;hren. Derzeit wohne er in einem &#220;bergangswohnheim, sechs Menschen auf 45 Quadratmetern, nicht sch&#246;n.</p>
<p>Halt, sage ich, das kenne ich schon, vor zwei Jahren war hier schonmal wer, und hat mir das angeboten, damals hab ich das abgelehnt, weil ich von diesen Haust&#252;rgesch&#228;ften prinzipiell nichts halte. Kein Haust&#252;rgesch&#228;ft, meint er, nur die M&#246;glichkeit, Hilfsbereitschaft gegen&#252;ber ehemaligen Drogens&#252;chtigen auch umzusetzen.</p>
<p>Eine Grundsatzdiskussion entspinnt sich:</p>
<p>Warum ausgerechnet bei den Studenten?, frage ich, ist das nicht etwas bl&#246;d, bei denen, die meistens auch nicht so viel Geld zur Verf&#252;gung haben, anzufragen? &#8211; Die meisten Studenten h&#228;tten genug Geld, um sich regelm&#228;&#223;ig in den Kneipen der Stadt volllaufen zu lassen, meint er, und da seien 2 Euro Hilfe pro Woche zu viel? Und &#252;berhaupt, du meintest doch, du w&#252;rdest Drogens&#252;chtigen helfen wollen? Totschlagargument.</p>
<p>Ich gerate ins Stocken. Irgendwo hat er ja Recht, aber ist es legitim, sich vor anderer Leute Haust&#252;r zu stellen und ihnen die moralische Pistole auf die Brust zu setzen? Hat er allein aufgrund seiner sicherlich prek&#228;ren Ausgangslage das Recht, andere moralisch derart zu bedr&#228;ngen, dass sie allein schon aus Gewissensgr&#252;nden spenden m&#252;ssten?</p>
<p>Ich entschlie&#223;e mich, hart zu bleiben. Diese Art der Arbeit ist mir zu banal und die Art der Bittstellung zu offensiv, um damit bei mir durchzukommen. Ich bin sicher kein FDP-W&#228;hler, aber es geht mir hier mehr um den Aspekt, mit der Nase derart darauf gesto&#223;en zu werden, dass sie bald blutet. Im Kern aber meine ich: Geh&#8217; zum Sozialamt! Die besorgen auch dir als ehemaligem Drogens&#252;chtigen eine Wohnung, und von Hartz IV kannst auch du leben &#8211; neben deiner Besch&#228;ftigungstherapie. Um auf den drogenfreien Weg zur&#252;ckzukommen, brauchst du nicht mein Kleingeld.</p>
<p>Der Typ zieht offensichtlich angepisst ab. Vorher noch erfahre ich: Mein heutiger Besucher und der vor zwei Jahren sind ein- und dieselbe Person. Er grinst. &#8220;Bis in zwei Jahren dann!&#8221; &#8211; &#8220;Da wohn&#8217; ich hier wohl nicht mehr.&#8221; &#8211; &#8220;M&#252;nster ist klein.&#8221;<br />
Ich f&#252;rchte auch.</p>
<p>Und obwohl ich mich eigentlich im Recht f&#252;hle, bin ich unsicher: H&#228;tte ich dem Mann seine Zeitschriften abnehmen m&#252;ssen? War ich durch meine Aussage, im Prinzip helfen zu wollen, zu finanzieller Hilfe verpflichtet? Was h&#228;ttet ihr getan? Und mit welchem Argument?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://osterholt.org/weblog/archiv/2006/08/11/gewissensfrage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

