Na Logo
Ein abstrakt-stilisiertes Logo wie das neue Emblem der Uni Münster, das vor einigen Monaten vorgestellt wurde, zieht häufig heftige Resonanz – und oft negative – nach sich. Mit auffälligen Veränderungen dieser Art können die wenigsten Menschen etwas anfangen. Angeheizt durch politische Diskussionen – etwa, ob angesichts knapper Kassen und der Einführung von Studiengebühren eine neue Corporate Identity für die Uni von Nöten sei – können derlei Reaktionen entsprechend heftig ausfallen. Der AStA der Uni Münster hatte daran regen Anteil: bezeichnete man dort das neue Logo gar als “Strichcode” und lästerte heftig aufgrund des Identitätsverlusts für die Uni.

Nun zieht man seitens der Studierendenvertreter nach und fordert per Massenmail und Website-Meldung die Studenten auf, über ein neues Logo für den AStA selbst online zu votieren.
Der geneigte Betrachter mag nun erhoffen, dass die Studierendenausschüssler in der Lage gewesen wären, hier einige passende Entwürfe zu präsentieren. Gerade die Eingebundenheit in seine Klientel sollte doch dem AStA genügend Möglichkeiten geben, hier Designtalente aus den Reihen der Studenten zu guten Ideen zu motivieren.
Aber was sind das nur für katastrophale Vorschläge! Vorhang (des Grauens) auf:
1. Das Häuschen
Eine fette Serifenschrift mit völlig unmotivierter Laufweite ist hier noch das kleinste Übel. Ob hier wirklich jeder Student, der sich vielleicht nicht andauernd links vorm Schloss herumtreibt, die Heimat des AStAs (ein kleines Häuschen vor dem Schloss eben) wiedererkennt, halte ich wirklich für fraglich. Könnte auch eine Kirche sein. Oder zwei nebeneinander schwimmende Seeminen.
Noch dazu: das .ms – sieben Jahre nach dem Platzen der New-Economy-Blase hält der AStA der Uni Münster auf einmal Webadressen im Logo für notwendig? Oder soll das die Anpassung ans Web 2.0 sein? Mir unverständlich.
Man könnte zu diesem Motiv auch einfach sagen: hässlich. Aber es kommt noch schlimmer.
2. Der Stern
Was für ein dahingeklatschtes grauschwarzes Etwas soll das denn bitte sein? Als wäre ein Web-2.0-Badge-Entwurf mächtig in die Hose gegangen. Ein Vieleck mit Aufschrift, die laut AStA “MASSIG und laut” sein soll. Das ist sie, sicherlich. Aber das war’s denn auch. Mein durchschnittlicher CIP-Pool-Beratungskunde könnte das mit Paint oder Word-Art besser. (Übrigens, Paint ist gar nicht soo übel, aber das nur am Rande.) Meine Damen und Herren, machen Sie sich bereit für die Kreativität des folgenden Entwurfs.
3. Aktuelles AStA-Logo
Richtig gelesen. Kein Scherz. Der AStA stellt im Logofindungsprozess sein altes Logo zur Abstimmung. Das soll wohl den basisdemokratischen Charakter dieses Votings unterstreichen. Dass hier mal was Neues hermusste, wird angesichts des düsteren 90er-Jahre-Charmes der hochgezogenen Lettern des aktuellen Logos deutlich, aber die Konkurrenz ist in diesem Wettbewerb nicht schwach, sondern faktisch nicht vorhanden. im alten Logo wird wenigstens annähernd eine Symbolik deutlich (”der AStA steht in, aber auch vor der Studierendenschaft”), die den beiden anderen Entwürfen völlig fehlt.
Bis zum 28. September kann noch online abgestimmt werden. Darauf, ob der AStA für sein neues Logo nun selbst mit Häme überschüttet wird, bin ich sehr gespannt. Klar ist nur: Die Wahl ist hier, wie so häufig, die zwischen Pest und Cholera. Herzlichen Glückwunsch.

Unerträglich diese Logos. Ich musste mir auch mehrfach die Augen reiben, als ich diese so genannten Logos gesehen habe. Eine Unverschämtheit. Dabei soll doch der Start dieser Kampagne für mehr Professionalität stehen. Das alte, aktuelle Logo ist schlimm, aber noch erträglich im Vergleich zu dem anderen Mist. Der so genannte Stern erinnert sehr an eine Word-Art, die noch nie modern war und warum die Internet-Adresse auch im ersten Entwurf genannt werden muss, erschließt sich mir auch nicht.
Kurzum: Du hast vollkommen recht
Best Wisches am 19. September 2007 um 22:32 Uhr
Eins noch: Hier würde sich ein Boykott wirklich lohnen…
Best Wisches am 19. September 2007 um 22:33 Uhr