Brainstorm
Gestern war einer dieser Tage, an denen ich Münster und die Uni hasse.
Es beginnt schon morgens, wenn ich durchs nasskalte komprimierte Westfalen radle, und mir die Finger nach gut fünfzehn Minuten Schockfrostung schier abfallen wollen, sobald sie die mollige Wärme eines beliebigen überfüllten Seminarraums erfahren. Zwischen in dicke Pullover eingepackten, Restalkohol ausschwitzenden Studenten sitzt man dann dort und lauscht müde den Ausführungen schlecht vorbereiteter Referenten.
Mittags setzt sich die Misere fort, wenn die Schlange in der Mensa bis ins weitläufige Foyer reicht, wenn das Lummersteak Romana nicht schmeckt, die Umgebungslautstärke zu hoch, der allgemeine Kopfschmerz ein wenig zu heftig und die Cola schlicht zu kalt ist.

Und es endet abends nachmittags, wenn auf dem Weg aus der letzten Vorlesung die Dunkelheit schon um kurz vor 18 Uhr vollkommen ist. Der Wind peitscht mir aggressiv ins Gesicht, die Augen brennen, die schweren Stahlbetonblöcke der Unibibliothek manifestieren Anonymität und im ewig gleißenden Neonlicht empfiehlt das Schild mit den Öffnungszeiten der Leihstelle verbindlich, vor 17.30 Uhr vorbeigekommen zu sein.
Ich fahre nach Hause. Die Wohnung ist leer. Sie ist nicht allein damit.

Wie kannst Du Dich nur über das Lummersteak Romana beschweren? Dieses saftige Stück Schweinefleisch wird alle vier Wochen mittwochs mit viel Liebe zubereitet. Wenn das der Koch hören würde … Tssss!!! ;-)
Manu am 1. November 2006 um 18:40 Uhr
Immer dieses Rumgenöhle. Dann heul doch gleich los, wenn es dir so schlecht geht. ;)
Nein, ich kann es nachempfinden. Handschuhe beim Radfahren machen das Ganze aber nur halb so schlimm (gefühlt).
Patrick am 1. November 2006 um 20:42 Uhr
Alles Weicheier! Winter ist nicht vor Dezember. Wir haben gerade allenfalls Herbst. Und so kalt ist es nun wirklich nicht. Stell dich mal nich so an. Ach und dann hab ich noch einen Insider-Tipp von einem Experten in Sachen Und und vor allem UB: Wenn die Leihstelle zu hat, kann man - Charm und Höflichkeit vorausgesetzt - seine Bücher dennoch abgeben. Nämlich am Ausleih-Schalter. Allerdings hilft das zugegebener Maßen nicht, wenn man vorbestellte Bücher abholen will.
Aber wer Google seinen Freund nennt, der hätte ja vorher ihn befragen können und hätte gesehen wie wie lang die Leihstelle auf hat. In Ersti-Broschüren - manche nennen sie auch Bücher - steht so was drin…
Wische am 2. November 2006 um 10:02 Uhr
In meinem kleinen Manifest habe ich übrigens nervende Kommilitonen als weiteren Depri-Faktor vergessen. Aber auf Jörg ist ja Verlass. :)
Dominik am 2. November 2006 um 10:49 Uhr
Mich stört weniger das Wort nervig als vielmehr jenes mit K. Dieses studentische Unwort boykottiere ich und ich möchte auch nicht von irgendjemand so “empfunden” werden. Dass du mich als K…. siehst, schmerzt mich sehr…
Wische am 2. November 2006 um 10:59 Uhr
Was hast du denn gegen das Wort? Ich finde, das klingt so richtig schön nach ‘68.
Dominik am 2. November 2006 um 11:03 Uhr
Ich habe erstens etwas dagegen weil es nach ‘68 stinkt und zweitens weil es so einen studentischen Anstrich hat. Ich aber im Herzen kein Student bin, sein will und auch nicht mehr werde.
Wische am 2. November 2006 um 11:07 Uhr
… ist ja immer so bei leuten, die eher auf das f-wort stehen.
britta am 2. November 2006 um 18:16 Uhr
Immer dieses Rumgenöhle…
Patrick am 4. November 2006 um 20:52 Uhr
Lieber Patrick! Schreib’ doch “Genöle” mal ohne h!
Dominik am 4. November 2006 um 23:30 Uhr
Jetzt
nöhlstnölst du ja schon wieder. Weißt du wie es geschrieben wird, weil du es so oft machst?Patrick am 5. November 2006 um 12:10 Uhr
Weil ich vergaß, die Winterzeit einzustellen. Ist hiermit korrigiert. Außerdem fängst du jetzt an, rumzunölen!
Dominik am 5. November 2006 um 12:58 Uhr
Jetzt stimmen sie. Nöler. (- gibt’s das Wort eigentlich?)
Dominik am 5. November 2006 um 12:59 Uhr
So kann man die Anzahl seiner Kommentare auch künstlich in die Höhe treiben. Trefft euch doch einfach mal via ICQ. Ich kann da gerne als Aushilfsschweiz fungieren, wenn das gewünscht ist. Kinder heute ist doch Sonntag. Ein bisschen mehr Harmonie, wenn ich bitten darf, ihr Dödel ihr!
Wische am 5. November 2006 um 13:05 Uhr
Naja, immerhin bin ich zur Hälfte Deutscher - und dass Deutsche gern jammern, ist doch bekannt. :)
Dominik am 5. November 2006 um 13:38 Uhr
Warum stimmen hier eigentlich die Uhrzeiten nicht?
Patrick am 5. November 2006 um 13:46 Uhr
Hat mir da nicht jemand letzte Woche noch die “Anleitung zum Unglücklichsein” von Watzlawick empfohlen, weil ich über den nicht aufhörenden Regen an Dienstag Nachmittagen geschimpft habe!? Tse, tse, tse…
Kathrin am 5. November 2006 um 14:42 Uhr
Zitat: “Jeder ist seines Glückes Schmied.”
Kathrin am 5. November 2006 um 14:44 Uhr
Der Unterschied ist aber, dass ich den Regen nicht personifiziere, und ihm attestiere, dass er es stets und wiederholt gerade nur auf mich abgesehen hat…
Dominik am 5. November 2006 um 14:44 Uhr
Mir ist nur aufgefallen, dass es immer wieder dienstags regnen muss. Auf mich persönlich habe ich das sicher nicht bezogen. Und personifiziert habe ich den Regen schon gar nicht! Als Jammerlappen,der ständig im Selbstmitleid versinkt, lasse ich mich hier nun auch wieder nicht darstellen!
Kathrin am 5. November 2006 um 15:04 Uhr
Wieso stimmen hier eigentlich die Urzeiten nicht? Mein Rechner zeigt mir was ganz anderes an.
HenniFürdieBRD am 5. November 2006 um 23:57 Uhr
Das macht das Verfolgen dieser Diskussion nicht gerade einfacher, hatte ich vergessen hinzuzufügen.
HenniFürdieBRD am 5. November 2006 um 23:58 Uhr