Zweideutige Einladung
Hopsa. Da schreibe ich so ganz locker-flockig eine Einladung an einen Landesminister, an einer bestimmten Veranstaltung teilzunehmen, und benutze zunächst ganz unbedarft folgende Formulierung:
“Wir freuen uns, dass Sie sich bereit erklärt haben, der Veranstaltung [...] am 29. September 2006 [...] beizuwohnen und ein kurzes Grußwort zu sprechen…”
Hier hielt ich bei der Revision inne und war irritiert. Beiwohnen, beiwohnen, wo hab’ ich das nur schon mal gehört, und zwar in ganz anderem Zusammenhang? Ein Blick ins Wörterbuch Internet offenbart: “Beiwohnen” heißt nicht nur “an etwas teilnehmen”, sondern – besonders im juristischen Sprachgebrauch – auch “Geschlechtsverkehr haben” (sehr schön: vom ahd. “vor der copulation einander beywohnen”). Vater eines Kindes ist per Gesetz (§1600d BGB) daher auch derjenige Mann, der einer Frau “während der Empfängniszeit beigewohnt hat”.
Nun bezweifle ich, dass der Minister das wirklich missverstanden hätte, aber in offiziellen Schreiben Zweideutigkeiten zu vermeiden, ist eine Kunst, die ich zu beherrschen gewillt bin.

na ja, ne veranstaltung kann man ja eh nich poppen, wenn ich das mal so lax sagen darf. :)
so oder so ist das aber überflüssiges rumgeeier. son minister ist ja kein mittelalterlicher fürst.
britta am 18. August 2006 um 18:26 Uhr
Wie darf man das denn verstehen? Zu höflich, die Anrede, oder was meinst du?
Dominik am 18. August 2006 um 18:41 Uhr
eher unhöflich, da unpassend irgendwie. beiwohnen klingt in diesem zusammenhang (ganz anders als die zweitbedeutung vermuten lassen sollte) nach dem dem typen, der in der ersten reihe einschläft und sich auf die krawatte sabbert. und der hier soll ja schließlich auch was sagen.
britta am 18. August 2006 um 21:29 Uhr
test – bitte nicht beachten.
Dominik am 19. August 2006 um 13:48 Uhr
Hä? Was bedeutet der letzte Kommentar?
HenniFürdieBRD am 20. August 2006 um 17:09 Uhr
“nicht beachten”, steht doch da…! War nur ein Test, hatte Probleme mit Wordpress.
Dominik am 20. August 2006 um 18:17 Uhr
und dabei sagste nix gegen die kleinschreibung, brd-henni??!!
britta am 21. August 2006 um 22:30 Uhr
Wollte mich nur extradoof (oder allkaufdoof?) anstellen. Domi hätte doch auch bloß “Test” groß schreiben müssen, das hält sich noch in Grenzen.
Ich stelle grad fest, daß dieses Blog hier auch grau auf weiß gestaltet, aber viel leichter lesbar ist! Muß also entweder an den Geschichten oder an der Großschreibung liegen!!
HenniFürdieBRD am 24. August 2006 um 9:38 Uhr