A pOsteriori



Also, mit dem Nachnamen muss ich natürlich etwas zum fast gleichnamigen Fest schreiben. Bittesehr, hier ist er, mein Ostereintrag. Direkt aus dem vermutlich christlichsten noch verbliebenen europäischen Land, Polen. Genauer Wrocław/Breslau, Niederschlesien.

Hier merkt man die Ostervorbereitungen allenthalben: Karfreitag ist zunächst mal kein Feiertag. Dafür wird geschrubbt, gewaschen, geputzt und vorbereitet, was das Zeug hält. Fleisch essen ist sehr verboten.
Am Ostersamstag werden kleine Weidenkörbe aufwändig geschmückt, mit grünen Zweigen versehen und mit bunt bemalten und verzierten Eiern gefüllt. Im Kreise der Familie kehrt man dann mit diesen Körben in die nächstgelegene Kirche ein, wo, quasi im Viertelstundentakt, die Körbe und deren Inhalt mit Weihwasser gesegnet werden. Das läuft so profan ab, wie es klingt: Der Pastor läuft – hofiert von mehrern Messdienern – den Mittelgang des Kirchenschiffs auf und ab, und verteilt mit einem an eine Eiskelle erinnernde Werkzeug das Weihwasser über die Gläubigen, die sich und ihre Mitbringsel fortan als gesegnet betrachten dürfen.

Am Ostersonntag steht neben dem traditionellen Kirchengang ein ausgiebiges Osterfrühstück an. Doch bevor es ans Schlemmen geht, werden die vortags in der Kirche gesegneten Eier geachtelt und – ähnlich dem Brotbrechen – im Kreise der Familie und mit den besten Wünschen unter den Anwesenden verteilt.

Ach ja, und dann ist da noch der Ostermontag. Da werden in Polen traditionell keine Eier versteckt oder gesucht, nein, hier herrscht hydrophile Anarchie: “Śmigus-dyngus” ist angesagt, im englischsprachigen Raum auch als “Dyngus Day” bekannt. Hierbei weckt man sich gegenseitig – oft schon frühmorgens – durch exzessives Bespritzen mit kaltem Wasser, was, wie ich soeben lernte, auf uralte Fruchtbarkeitsrituale zurückzuführen ist (und ich dachte zunächst, das sei so eine Tauf-Imitation…).

Und hier gibt’s ein paar fotografische Eindrücke.




Grandiose 2 Kommentare zu “A pOsteriori”

  1. aus dem vermutlich christlichsten noch verbliebenen europäischen Land… das dürfte doch noch die Vatikanstadt sein :-)

  2. Ach was, der Vatikan ist auch nicht mehr das, was er mal war. :)

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