Nationalstolz
Eigentlich hab ich ja gar keine Zitate-Rubrik. Aber hierfür mach’ ich ‘ne Ausnahme:
Man muss wieder stolz darauf sein, für ein Land anzutreten, wo Deutschland heißt.
(Olli Dittrich zitiert Jürgen Klinsmann beim Vorentscheid zum Grand Prix d’Eurovision.)

find ich aber auch voll toll, dass die wm dies jahr bei uns bei kommt, hömma.
Fid am 13. März 2006 um 15:46 Uhr
ach, olli dittrich darf man durchaus mal zitieren. hat zum beispiel auch die SZ gemacht. :)
Malte am 13. März 2006 um 16:44 Uhr
Hmtja, wohl wahr. Mir schien es dennoch übertrieben, “Dominik zitiert die SZ zitiert Olli Dittrich zitiert Jürgen Klinsmann” zu schreiben. Ups, schon passiert. Mist.
Dominik am 13. März 2006 um 16:54 Uhr
Ich habe das Zitat heute Morgen auch schon mal irgendwo gelesen… ;-)
Manu am 13. März 2006 um 21:27 Uhr
Apropos Nationalstolz… Eine Enkelin Mussolinis sagte kürzlich:
“Lieber Faschist als schwul sein!”
b/w am 14. März 2006 um 15:50 Uhr
jene enkelin, mit deren partei sich benito berlusconi zusammengetan hat? erschießen.
Fid am 14. März 2006 um 19:36 Uhr
zum zitat:
wenn man sonst keinen Grund hat, auf was Wirkliches und Eigenes stolz zu sein, einfach auf das Land stolz sein. Das tröstet etwas, oder doch immens… jedenfalls kann man somit das Gefühl der Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit stärken.
…und?
esra am 16. März 2006 um 2:16 Uhr
“Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.” (Schopenhauer)
Lütti am 16. März 2006 um 10:18 Uhr
Sehr schön, Lütti. (Eigentlich wollte ich ja nur das wunderbare Klinsmann-Zitat bringen, aber um eine philosophische Diskussion bin ich nie verlegen…)
Dominik am 16. März 2006 um 10:56 Uhr
Ach, für Philosophie interessiert sich doch kein Schwein! :)
Stephan am 17. März 2006 um 16:53 Uhr
Eins muss man zugeben: manches klappt in diesem Land einfach immer. Schmeiß ein bestimmtes Schlagwort in die Runde und sofort hast du die dazu passende Diskussion. Wir sind Deutschland. Mensch was bin ich stolz:-).
Petra am 17. März 2006 um 18:49 Uhr
Fange an *räuspre*: Schopenhauer ist cool. Sein Zitat hat mich ja quasi mit anderen Worten zitiert. Danke Lütti.
1. Stimmt, kein Schwein interessiert sich für Philo, aber interessierte Menschen soll’s noch geben…
2. Diskussionen sind normal und transnational, findet man überall und zu jeder Zeit. Zum Glück auch. Aber Diskussionen über Diskussionen finde ich eigenartig und naja halt komisch…
3. Muss meine Schmerztabletten einnehmen, dann bin ich nicht mehr so verkrampft… Mein Zeh tut mir arg weh. Aber das kann man nur nachvollziehen wenn man auch mal ernsthaft gelitten hat.
4. Jedenfalls: Was war jetzt nochmals der Ausgangsbeitrag? Scroll mal eben zurück und äußere mich gegebenenfalls zum eigentlichen Thema…
5. Ich hoffe, Dominik nimmt mir diese kontextferne Platzverschwendung nicht übel…
happy free weekend
Esra am 18. März 2006 um 5:51 Uhr
Ich glaube, hier wird an einer wichtigen Grand-Prix-Nuance vorbeidiskutiert. Dittrich sagt nicht “Ich bin stolz, Deutscher zu sein”, sondern “Ich bin stolz, für Deutschland anzutreten”. Dazu müßte er selbst gar keiner sein. Auch Jane Comerford (Australierin) wird vermutlich stolz sein. Und das Argument “Nationalstolz ist schlecht, weil die Zugehörigkeit zu einer Nation keine selbständige Leistung darstellt” ist hier invalid, weil der Gewinn des Gesangswettstreits ja durchaus eine Eigenleistung ist, auf die man auch aus dieser Perspektive stolz sein kann.
(Der Spatz von Korfu wäre wohl auch stolz gewesen. Brr.)
Hendrik am 18. März 2006 um 10:51 Uhr
Hmm…, aber andererseits ist es ja auch ein Unterschied, ob ich stolz bin, weil ich es zum Grand-Prix geschafft habe, oder ob ich stolz bin, weil ich für die Nation XYZ antrete. Wenn wir schon über Nuancen reden…
Stephan am 18. März 2006 um 18:59 Uhr
eine durchaus sehr interessante und genauso souveräne bemerkung.
denken wir weiter…
esra am 20. März 2006 um 2:17 Uhr