History repeating
Wenn man Dokumentationen wie das gestrige “Von Schwindlern und Verlierern – Ein Jahr Hartz IV” im WDR ansieht, kommen bisweilen einige Fragen auf. Besonders dann, wenn dort u. a. ein 43-jähriger portraitiert wird, der zuvor als “Vorstandsberater” tätig war (was immer das genau sein soll) und nach der Insolvenz des Unternehmens arbeitslos wurde. Vom Arbeitsamt stets als “zu alt” abgelehnt, bildet sich der Mann nun in Spezialsoftware-Kursen weiter. Daneben sitzen Leute, die wie er mit dem Computer offensichtlich nichts anfangen können, und die meine Generation, die ja nunmal mit dem Computer aufgewachsen ist, wohl nur belächeln würde.
Lange Rede, kurzer Sinn – Die Frage, die sich mir in dieser Szene aufdrängte, war: Wird es in vielleicht 20 Jahren vielleicht so sein, dass etwas völlig Neues – der Computerrevolution ebenbürtig – daherkommt, dessen Entwicklung und Einführung ich und meine Altersgenossen so vollkommen verschlafen? Werde ich in absehbarer Zeit nur noch eingestellt werden, wenn ich über grundlegende Kenntnisse einer heute noch nicht einmal ansatzweise erfundenen Technik verfüge? Sitze auch ich eines Tages in trostlosen Weiterbildungskursen unter kaltem Neonlicht, und blicke verständislos auf – tja, auf was eigentlich?
Eigentlich würde meine spontane Antwort auf diese Frage lauten: nein. Wer die Zeitung liest, wer per Internet und Co. auf dem neuesten Stand bleibt, der hat immer die Möglichkeit, mitzuhalten.
Andererseits… wenn aber die Entwicklungsgeschwindigkeit weiter zunimmt, so, wie sie es in den letzten 20 Jahren tat, könnten auch “wir” vielleicht eines Tages nicht mehr mithalten. Beängstigende Vorstellung, irgendwie.

ich sags ja immer: nich so viel wdr gucken… ;)
ach, angeblich hört man ja auch spätestens mit 30 auf (oder sogar mit 12, wie ich gerade gelesen habe…), sich für neue musik zu interessieren – aber es gibt doch immer leute wie john peel oder klaus fiehe, die noch mit hundert neue sachen machen. (ums mal auf meine ebene runterzu… äh…)
und solange man die neuen sachen selbst mitgestaltet, kann man sie ja gar nicht verschlafen. nach uns kommt ja keine generation von aliens, die aus dem nichts irgendwas völlig unbekanntes mitbringen. dieses generationending ist doch eh quatsch, “wir” sind immer nur die anderen, die irgendwann stehengeblieben sind. wenn man nicht mithalten, sondern mitmachen oder besser selbst machen will, braucht man auch keine angst vor neuem zu haben.
britta am 5. Januar 2006 um 17:03 Uhr
Hi, Dominik! Glaubst Du, eine Firma wird für neue Technologien jemanden mit (übrigens schlechten) Kursen vom Arbeitsamt nehmen – und nicht einen jungen Absolventen. Daher: Du gehört kräftig in den Arsch getreten – geh wieder Dein Studium voll an und mach rasch fertig!
Paul
paul am 8. Januar 2006 um 12:04 Uhr
Hi Paul, alter Treppenfeger!
Mal wieder ein ganz wertvoller Beitrag deinerseits. Herzlichen Glückwunsch.
Ich dachte schon, das Land der Berge hätte dich vollends verschluckt. Erstaunlich, wie du immer wieder durch den Spamfilter rutschst. Zahlen die österreichischen Sozialämter eigentlich auch die Internetkosten im betreuten Wohnen, oder wie erklärt sich deine Omnipräsenz in meinem Blog?
Dominik am 8. Januar 2006 um 13:22 Uhr