Beobachtungen beim Aldi
Dank der relativ neuen Möglichkeit, bei Aldi auch mit EC-Karte zahlen zu können, werde ich dort wohl wieder häufiger zu Gast sein, schlicht der unschlagbaren Preise wegen – zumindest, was Güter des täglichen Gebrauchs angeht.
Heute zum Beispiel war ich da. Der Samstag an sich ist wegen des hohen Kundenaufkommens natürlich schon mal tödlich bei Aldi. Interessant finde ich zudem, dass an Aldi-Kassen im Vergleich zu anderen Supermärkten wie MiniMal eine latent aggressive Stimmung in der Luft liegt. Zum einen wohl zu begründen durch die unglaubliche Hektik, die die KassiererInnen bei ihrer Tätigkeit an den Tag legen, zum anderen durch die – wiederum im Vergleich – ungemütliche Atmosphäre im bekanntermaßen spartanisch ausgestatteten Aldi. Da haben Rewe und Co. mit ihren perfekt ausgeleuchteten Convenience-Abteilungen den Albrecht-Brüdern wirklich was voraus, aber das ist ja nun mal das Aldi-Prinzip: Kein Geld ausgeben, wo es nicht unbedingt nötig ist.
Und dann noch etwas, das mir erst vor ein paar Wochen klar wurde: Aldi-Kassierer sind keine Menschen. Klingt übertrieben, ist aber so: Es handelt sich um künstlich erschaffene Preisroboter, die an Schnelligkeit kaum zu über- und an Gesprächigkeit kaum zu unterbieten sind. Unheimlich. Woran ich das festmache? Man versuche sich einfach mal den jüngsten auffindbaren Aldi-Mitarbeiter im lockeren Gespräch, vielleicht im Kreise von ein paar Freunden bei einem Bier, vorzustellen. Wie es Menschen so nun mal tun. Na? Geht nicht. Ergo: Der lebt nicht.
Für Gegenargumente wäre ich natürlich dankbar.

Also, auf Grund lokaler Nähe gehe ich immer in den gleichen Aldi einkaufen wie du, Domi und muss dir sagen, dass eine von den Kassiererinnen so was von lebendig ist. Die Dame hat hellbraunes, dünnes, langes Haar, ist dünn und ca. 26-32 Jahre alt. Diese besagte Dame hat ein unglaubliches Mitteilungsbedürfnis. Als ich vor unserem letzten Grillen dort Gummibärchen, Chips und Grillkohle einkaufte, kommentierte sie es mit einem lockeren:”Ach, das ist ja eine schöne Mischung.” “Mmh, grille gleich”, war meine kurze Antwort. “Ach, wie schön.” Ich glaube, die wollte eingeladen werden.
Meine Meinung nach jahrelanger Aldi Erfahrung: Ich will, dass die Kassierer bei Aldi Robotter sind(sie sind aber menschliche Wesen. Vielleicht haben sie aber auch einfach nur ihr Gehirn am Eingang des Marktes ab; so formulierte es ehemaliger miniMAL Kollege von mir einst bzgl. seiner Einstellung zu der Arbeit dort), weil im Kassenbereich eben besagte agressive Hektik herrscht. Die wird aber nur durch die anderen Kunden ausgelöst, die alle der Atmospähre und der komischen Luft dieses Marktes entfliehen wollen. In herrkömlichen Supermärkten ist SmalTalk an der Kasse zumeist willkommen. (wat ein romananmutender Kommentar)
Mari am 3. Juli 2005 um 15:47 Uhr
Kann ich alles nicht bestätigen. Unser Aldi-Markt hat eine super Athmosphäre. Die Räumlichkeit ist einigermaßen großzügig (ist ja auch nicht direkt im Zentrum der Stadt) und die Mitarbeiter sind auch nicht unfreundlich. Ich empfinde es als erfrischend, daß bei Aldi alles nur aufs Wesentliche reduziert ist. Das erleichtert auch sehr die Kaufentscheidung. Ein geniales Konzept finde ich. In kleinen Lidl-/Plus- oder Penny-Märkten mitten im Zentrum größerer Städte habe ich allerdings auch schon eine unangenehme Athmosphäre erlebt. Das liegt daran, daß es dort so beengt ist.
Anonymous am 22. Februar 2007 um 11:34 Uhr
Zur Ergänzung: Aldi ist auch sehr kulant. Haben einen defekten Toaster ohne Kaufbeleg zurückgenommen und den Kaufpreis gutgechrieben.
Fabian am 22. Februar 2007 um 11:37 Uhr
Lies mal das, dann weisst Du Bescheid.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1326304
Artikel aus der
Stuttgarter Zeitung
vom 30.12.2006
“Klappe halten, schneller, Leistung!”
Aldi-Mitarbeiter erheben Vorwürfe – Discounter dementiert
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat jüngst aufgedeckt, dass bei Lidl, dem Branchenzweiten im Lebensmitteldiscount, einiges im Argen liegt. Sieht es beim Branchenprimus Aldi besser aus? Die Ansichten gehen stark auseinander.
Von Philipp Scheffbuch
Eine Kampagne erfordert Gut und Böse. Nur dann funktioniert sie. Im vergangenen Jahr hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einem Schwarzbuch ihre Erkenntnisse über die Arbeitsmethoden beim Discounter Lidl dargestellt. Unbezahlte Mehrarbeit, schikanöse Arbeitsbedingungen und kaum Betriebsräte, so lautete der Vorwurf. Worin sich Lidl von anderen Discountern, insbesondere dem Branchenführer Aldi, unterscheidet, diese Frage hat Verdi nicht beantwortet. Die Gewerkschaft vermittelt damit den Eindruck, der Branchenführer mache es besser als die Wettbewerber. Eine Verkürzung der Argumentation, die viele Handelsexperten überrascht. “Dass nicht Marktführer Aldi, sondern die Nummer zwei im Markt, Lidl, Zielscheibe der Kritik wird, könnte einen ganz einfachen taktischen Grund haben. Aldi hat ein so hohes Verbrauchervertrauen erworben, dass die Kunden möglicherweise für massive Kritik an ihrer Einkaufstätte Nummer eins nicht empfänglich wären”, urteilt das Branchenblatt, die “Lebensmittelzeitung”.
Manfred Birkhahn hat 21 Jahre lange als einfacher Verkäufer für Aldi Nord gearbeitet. Immer war er gewerkschaftlich engagiert, erst bei der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen, später dann bei der Nachfolgeorganisation Verdi. Wir treffen ihn in einem Restaurant am Frankfurter Hauptbahnhof. Die einseitige Vorgehensweise seiner Gewerkschaft gegen Lidl hält er für den falschen Ansatz. “Es gibt kaum einen Unterschied zwischen Aldi und Lidl”, erzählt Birkhahn. Denn auch viele Aldi-Mitarbeiter klagten über unbezahlte Mehrarbeit, schikanöse Arbeitsbedingungen und die Verhinderung von Betriebsräten.
Einer der strittigsten Punkte unter den Aldi-Beschäftigten ist die Frage der Entlohnung. Eine objektive Erfassung der Arbeitszeit gibt es nicht. Statt mit Stempeluhren werden die Arbeitszeiten freihändig vom Filialleiter aufgezeichnet. In einem Café in München treffen wir Nicole Mauser (Name von der Redaktion geändert). Vier Jahre lange arbeitete sie bei Aldi Süd als Verkäuferin. “Nach Ladenschluss wurden wir nur eine Viertelstunde weiterbezahlt. Tatsächlich habe ich meistens noch eine Stunde länger gearbeitet. Die Firma spart sich die Bezahlung der Arbeitszeit.” Der Filialleiter habe ihr gesagt, das gehöre bei Aldi dazu. Mit ihren Erfahrungen ist sie nicht alleine.
Ortswechsel: ein Café in Norddeutschland, vier Aldi-Nord-Mitarbeiterinnen sind nach längerem Zögern bereit, über ihren Alltag zu sprechen. Sie alle wollen unerkannt bleiben, die Frauen wirken verängstigt. “Tariflich bin ich für 37 Stunden angestellt, tatsächlich arbeite ich jede Woche 45 Stunden”, sagt eine Frau, die seit 20 Jahren bei Aldi angestellt ist. Eine Kollegin nickt zustimmend mit dem Kopf und erzählt von ihrem Arbeitsalltag. “Jeden Morgen beginne ich spätestens um 7.20 Uhr mit der Arbeit. Aufgeschrieben wird die Arbeitszeit aber erst ab 7.50 Uhr.” Um alle Arbeiten vor der Ladenöffnung um 8 Uhr zu erledigen, reichten die bezahlten zehn Minuten einfach nicht aus. Immerhin habe man Obst und Gemüse herzurichten, Backwaren einzusortieren und Wechselgeld abzuzählen. Auch nach Ladenschluss gestehe Aldi den Mitarbeitern maximal zehn Minuten bezahlte Arbeitszeit zu, damit sie den Laden aufräumen und säubern, die Aktionswaren für den Folgetag aufbauen und die Kassen abrechnen können. Alle Arbeiten nach 20.10 Uhr würden nicht mehr entlohnt. “Vor 20.50 Uhr komme ich eigentlich nie aus dem Laden raus”, sagt eine der Frauen. An manchen Tagen hätten sie so viel zu tun, dass sie erst um 22 Uhr den Laden verlassen könnten.
Dabei bleibt festzuhalten: Aldi tut nichts Gesetzeswidriges. Es gibt keine Vorschrift, die die genaue Abrechnung oder das Aufstellen von Stechuhren vorschreibt. Unbezahlte Überstunden gehören in vielen Branchen zum Arbeitsalltag. Ob in der Gastronomie, im Speditionsgewerbe oder im Handwerk, gerade in kleineren Betrieben wird so lange malocht, bis das Tagessoll erledigt ist. Aldi jedoch ist kein Kleinbetrieb, sondern ein riesiger Konzern. Die Firmengruppe betreibt in Deutschland 4100 Filialen und setzte 2004 nach Zahlen von M + M Eurodata bundesweit 22 Milliarden Euro um. Das ist etwa so viel, wie die Deutsche Bahn jährlich einnimmt. Auch beim Gewinn lässt sich Aldi nur schwerlich mit einem Kleinbetrieb vergleichen. Nach Hochrechnungen veröffentlichter Jahresabschlüsse einzelner Regionalgesellschaften dürfte es der Aldi-Gruppe im vergangenen Jahr gelungen sein, beim Vorsteuergewinn die Milliardengrenze zu überschreiten. Der frühere Verkäufer Birkhahn will sich lieber nicht ausrechnen, wie groß sein Anteil am Aldi-Erfolg ist. “Theo und Karl Albrecht haben ihr Milliardenvermögen doch nicht, weil sie selbst hinter der Theke standen.”
Die Firmengründer Theo und Karl Albrecht stehen zwar nicht mehr in den Läden, sie haben jedoch ein höchst effektives System hinterlassen, das die Gewinne nur so sprudeln lässt. Die entscheidende Größe in der Aldi-Welt ist eine Produktivitätskennziffer, das Management nennt sie “Leistung”. Errechnet wird die Ziffer aus dem Monatsumsatz einer Filiale, geteilt durch die dort eingesetzten Mitarbeiterstunden. Je mehr Einnahmen pro Mitarbeiterstunde erzielt werden, desto besser. Große Läden erreichen gut und gerne 1000 Euro pro Stunde und setzen damit Maßstäbe, an denen sich die Mitarbeiter anderer Filialen messen lassen müssen. Da Filialleiter und Verkäufer keinen unmittelbaren Einfluss darauf haben, wie viele Kunden in ihren Laden kommen und was sie dort einkaufen, kann ein Filialleiter die Kennziffer “Leistung” nur verbessern, indem er die erforderliche Arbeit in möglichst “kurzer” Zeit erledigen lässt. Teilweise scheint es zu einem Wettlauf der unbezahlten Arbeitszeit zu kommen. Birkhahn berichtet, er habe sogar erlebt, dass Ehemänner ihren Frauen an Samstagen nach Ladenschluss geholfen haben, den Laden wieder verkaufsbereit zu machen.
Günther Meier (Name von der Redaktion geändert) ist seit zehn Jahren bei Aldi Süd in Baden-Württemberg tätig. “Meiner Einschätzung nach wird hier mit Zuckerbrot und Peitsche gearbeitet”, sagt er. Als Zuckerbrot werde eine variable Zusatzvergütung eingesetzt. Diese so genannte Prämie orientiert sich ebenfalls am Umsatz pro Mitarbeiterstunde. Je weniger Stunden auf den Zettel des Filialleiters eingetragen werden, desto höher ist folglich die Zusatzvergütung. Die Tücke des Systems wird an Einzelfällen deutlich: Die Verkäuferinnen in Norddeutschland berichten, ihre Vorgesetzten wiesen regelmäßig darauf hin, dass es sich lohnen würde, Arbeitsstunden unter den Tisch fallen zu lassen, weil im Gegenzug die Prämie steige. Die meisten Mitarbeiter wissen, dass das nicht stimmt, immerhin kennen sie ihren eigenen Lohnzettel. “Die Prämie wiegt den entgangenen Stundenlohn bei Weitem nicht auf”, sagt Birkhahn. Aber das System führt zu gegenseitiger Kontrolle der Kollegen. Mit jeder entlohnten Stunde eines anderen Filialmitarbeiters sinkt automatisch die Zusatzprämie für alle. “Unter den Frauen bei uns herrschte eine miese Stimmung: Es hieß sehr schnell, die macht die Leistung kaputt”, erzählt die Münchnerin Nicole Mauser.
Als Peitsche empfinden viele Aldi-Mitarbeiter die Umgangsformen ihrer Vorgesetzten. Besonders gefürchtet sind offenbar die Außendienstmitarbeiter der Geschäftsführung, die so genannten Bezirksleiter. Teilweise mehrmals täglich kommen sie in die Filialen und kontrollieren die Zahlen. “Du wirst so gedrückt in der Firma. Drei Worte, die ich vier Jahre bei Aldi gehört habe: Klappe, schneller, Leistung”, sagt Mauser. Auch die Bezirksleiter stünden in Konkurrenz zueinander und versuchten, das Letzte aus ihren Mitarbeitern herauszuholen. “Alle Aldi-Manager rennen immer um den ersten Platz”, sagt Birkhahn. “Mich hat gewundert, wie häufig Aldi seinen Managern von jetzt auf nachher die Hand weggezogen hat.”
Nicole Mauser hat sich bei Aldi schikaniert gefühlt. “Einmal, als ich Rückenprobleme hatte, musste ich zum Arzt und mich spritzen lassen. Als ich zurückkam, hat der Filialleiter lautstark vor den Kunden gesagt: “Ach, Frau Mauser, haben Sie Rückenprobleme? Hat Sie Ihr Mann nicht zugedeckt, als er Sie von hinten genommen hat?” Der Bezirksleiter, der direkte Vorgesetzte des Filialleiters, habe trotz mehrfachen Beschwerden nicht eingegriffen. “Er hat nur gesagt: der Filialleiter arbeitet ja ganz gut zu Gunsten der Firma. Wenn ich ein Problem habe, dann habe ich ein Problem. Er sagte, ich soll meine Persönlichkeit ändern.” Offensichtlich rasten in Einzelfällen Aldi-Filialleiter aus. Daraus kann natürlich nicht aufs Ganze geschlossen werden. Bemerkenswert aber ist, dass die Berichte über zweifelhafte Vorfälle sich durchaus häufen.
Im vergangenen Jahr ist Nicole Mauser aus dem Unternehmen ausgeschieden. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen hatte sie zuvor versucht, einen Betriebsrat zu installieren. Es gelang ihnen nicht. Zur ersten Betriebsversammlung kam der Bezirksleiter, zur zweiten sogar der ranghöhere Verkaufsleiter. Die Vorgesetzten wurden zwar jeweils nach einiger Zeit des Raumes verwiesen, der Auftritt hatte dennoch Folgen: Außer den drei Initiatorinnen stimmte niemand für die Gründung eines Betriebsrats. Die drei Frauen sind heute nicht mehr bei Aldi. Alle sind freiwillig ausgeschieden.
Freiwilligkeit kann man auch erzeugen. “Auf einmal bin ich ständig beobachtet worden”, erinnert sich Nicole Mauser. Der Filialleiter habe sie nur noch alleine in die Pause geschickt, damit sie keinen Kontakt zu den Kolleginnen bekommt. Sie sei verstärkt geprüft worden. Die Kassen hätten auf einmal nicht mehr gestimmt. Das Erstaunliche: obwohl jede Kassiererin mit Haut und Haaren für die Richtigkeit ihrer Kasse verantwortlich gemacht wird, sind auch Kassen bei Aldi keineswegs völlig manipulationssicher. Irgendwann fühlte sich die heute 35-Jährige zermürbt und kündigte aus freien Stücken. Heute sagt sie rückblickend: “Dieser Druck und diese Hierarchie übertrafen selbst meine Erfahrungen aus der Zeit bei Schlecker, wo ich früher gearbeitet habe.”
Während Aldi Nord an vereinzelten Standorten Betriebsräte hat, gibt es bei Aldi Süd für Mitarbeiter nach wie vor wenig zu melden. “Will man hier was ändern, wird einem immer gesagt, ihr könnt gehen, es warten schon zehn andere auf eure Stelle”, berichtet Günther Meier, der Mitarbeiter aus Baden-Württemberg. “Vom ersten Tag an wird jeder noch so kleine Fehler meiner Einschätzung nach hier schriftlich dokumentiert”, erzählt er. “Aldi bereitet sich offenbar von Beginn an akribisch auf eine arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung hin vor.” Auch Nicole Mauser, die Frau aus München, fühlte sich überwacht. “In unserer Niederlassung, das weiß ich, gab es für jeden Mitarbeiter einen eigenen Ordner, in dem jeder kleinste Fehler notiert und aufbewahrt wurde.”
Andrea Bernhardt (Name von der Redaktion geändert) rührt in ihrem Kaffee. Seit 33 Jahren arbeitet sie für Aldi Nord. Unzählige Millionen Euro und D-Mark hat sie in Pfennig- und Centbeträgen in die Kasse getippt. Im Laden hat sie Tonnen an Konserven und Weinflaschen einsortiert, immer wieder Tiefkühltruhen eingeräumt und die Kühlware umgeschichtet. “Jetzt bin ich denen plötzlich zu langsam”, sagt sie und lacht. Es ist ein Lachen, das sehr nahe am Weinen ist. Sie weiß, dass Aldi jüngere Kräfte bevorzugt. Hinter fast jedem unbekannten Kunden sieht sie inzwischen einen Testkäufer, das Schreckgespenst aller Aldi-Mitarbeiter.
Mit so genannten Testkäufen will Aldi die Zuverlässigkeit der Mitarbeiter prüfen. Das Prüfverfahren stammt noch aus der Zeit, als bei Aldi Nord für jeden einzelnen Artikel eine Warennummer und bei Aldi Süd der genaue Preis eingetippt wurde. Um zu untersuchen, ob die Kassiererin tatsächlich die Nummern und Preise richtig im Kopf hat, haben Bezirksleiter Dritte beauftragt, einen Großeinkauf vorzunehmen. Nach dem Kassiervorgang wurden die eingetippten Preise überprüft. Für Kunden und das Unternehmen eine durchaus schlüssige Sache. Inzwischen arbeitet Aldi mit Scannerkassen. Preissicherheit muss nicht mehr geprüft werden. “Heute, so glaube ich, setzt Aldi Testkäufe als Personalplanungsinstrument ein. Die lassen dich oft mit irgendwelchen konstruierten Geschichten reinfallen”, sagt Birkhahn.
Seit die Aldi-Nord-Mitarbeiterin Andrea Bernhardt 50 Jahre alt geworden ist, wird sie statt einmal im Quartal einmal pro Woche geprüft. “Da kommt zum Beispiel ein Testkäufer mit einem ganzen Karton Butter. Da sind fünf Lagen Butter drin, und ganz unten wurde eine teurere irische Butter versteckt.” Um das zu erkennen, müsste die Frau alle Butterpackungen aus dem Karton nehmen und danach wieder mühsam einsortieren, weil der Kunde die Butter im Karton mitnehmen möchte. Das tut sie aber nicht. Wie alle Mitarbeiter steht sie an der Kasse unter einem enormen Zeitdruck. “Wir sollen ganz schnell sein, sonst gibt es Ärger.” Durch verschärfte Überprüfungen gelingt es Aldi, Bagatellfehler festzustellen. Der Arbeitgeber darf seine Mitarbeiter abmahnen. Der Druck für die Beschäftigten nimmt zu.
Andrea Bernhardt zuckt mit den Schultern. Sie glaubt, dass das Unternehmen sie loshaben will und sie es letztlich nur falsch machen kann. “Die Testkäufe sind Vorgänge, da fällt man leicht rein, und der Bezirksleiter hat seinen gewünschten Anlass, um ein disziplinarisches Gespräch zu führen”, sagt sie. Zermürbend seien die Sitzungen unter vier Augen, in denen der Vorgesetzte schreie und drohe. “Sie fordern einen auf, Schuldanerkenntnisse zu unterschreiben.”
Auch Arbeitsrechtler haben mit Aldi ihre Erfahrungen gesammelt. “Die Beschäftigten bei Aldi werden durch den kollektiven Leistungsdruck zur Eigenkündigung gedrängt, wenn sie die Leistung zum Beispiel altersbedingt nicht mehr bringen können”, sagt der Anwalt Rüdiger Helm, der in München jene Mitarbeiter vertreten hat, die einen Betriebsrat einrichten wollten. Kommt es zu arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen, gewinnt meist Aldi. “Als Arbeitnehmer kann ich den Leistungsdruck, unter dem ich an der Kasse stehe, unheimlich schlecht darstellen. Sie können viel eher über formale als über sachliche Argumente einen Prozess gewinnen”, sagt Helm. Dabei gäbe es gerade über die Arbeitsbedingungen dringend Klärungsbedarf, denn die Schilderungen der Aldi-Arbeitnehmer lassen doch einige Fragen offen.
Vergütet Aldi die geleistete Arbeitszeit korrekt? Warum gibt es kein Zeiterfassungssystem, das sicherstellt, dass alle Arbeitsstunden auch entlohnt werden? Werden denjenigen Mitarbeitern, von denen sich das Unternehmen trennen will, vorsätzlich Fallen gestellt? Wird auf die Beschäftigten in Gesprächen unter vier Augen Druck ausgeübt, selbst ihren Arbeitsvertrag zu kündigen?
Und was sagt nun der Discounter dazu? Von Aldi Nord ist keine Stellungnahme zu erhalten. Aldi Süd will sich den schriftlichen Fragen nicht detailliert stellen, sondern antwortet pauschal: “Wir distanzieren uns ausdrücklich von Verhaltensweisen, wie Sie sie in Ihrem Schreiben darstellen, da sie nicht den Wertvorstellungen unseres Hauses entsprechen. Im Gegenteil: Wir sind durchaus stolz, dass wir bei Aldi Süd eine Unternehmenskultur der Fairness und des gegenseitigen Respekts pflegen. Wir haben Arbeitskonditionen geschaffen, in denen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihrer Leistung anerkannt und gefördert werden. Dies ist unser tägliches Bestreben als Arbeitgeber.”
Andrea am 26. Februar 2007 um 22:59 Uhr
Ich mach grad meine ausbildung beim aldi und bin auch immer gut gelaunt.. dass man an der kasse nicht zu gesprächen aufgelegt ist, ist doch wohl klar. die kunden kommen so schon nicht mit dem einpacken der waren in den ekw nach, wenn man dann auch noch ein gespräch anfängt, kommen die ja gar nicht mehr weiter.. auserdem muss man sich auch beim scannen der ware konzentrieren, damit ein sauberes scanning gewährleistet ist. dies wird durch aldi auch regelmäßig durch TESTKÄUFE, BONKONTROLLEN usw überprüft. außerhalb des ALDI-MARKTES kann man dann auch mit denn kunden reden, denn hier in der kleinstadt trifft man sich ja ständig.. war letztens beim rossmann einkaufen, steh da vor den deos da kommt auch schon wieder eine an. einige tage später bei der arbeit kommt sie und beschnuppert mich, um zu erfahren, für welches deo ich mich denn entschieden habe.. jetzt für alle (es war pure man von BRUNO BANANI)
DANIEL am 18. März 2007 um 17:34 Uhr
veränderter neuer Link:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1422478
Wolfgang am 20. Juni 2007 um 16:50 Uhr
Aldi for life! Aldi ist einfach nur geil! und hauptsache ist doch das was am monatsende auf dem Konto ist.
natalia Liebig am 12. Juli 2008 um 15:08 Uhr
Ja klar, die Welt der Egoisten…. Aldi steht für Ausbeutung. Wer darüber hinwegsehen will, nur für den eigenen GEIZ, ist für mich kein ernst zu nehmender Gesprächspartner. Parasiten!
Tim am 13. Juli 2008 um 21:59 Uhr
bin im 21 jahr bei aldi und halte es bald nicht mehr aus.es wird so gedrückt das es nicht zu schaffen ist
claudia am 27. Dezember 2008 um 19:19 Uhr
Ich habe mir gerade mal die ganzen Kommentare durchgelesen und bin zum teil echt sauer. Klar merken normale Kunden nicht was Aldi mit seinen Mitarbeitern macht. Wie den auch? Sind die Kunden vor Ladenbegin und nach Ladenschluss im Laden? Sind die Kunden bei Schulungen dabei? NEIN. Also können die doch garnicht wissen wie es abgeht. Viele sagen dass sie wissen wie es ist, weil sie mal vor einien Jahren bei MiniMal, Edeka,Lidl und Co gearbeitet haben, aber das was die da gemacht haben ist ein scheiß gegen das was den Verkäufern und Verkäuferinnen bei Aldi zugemutet wird. Aldi will mit seiner bezahlung die Körperlichen und Physischen Schäden wieder ausgleichen. Aber meiner Meinung nach können die das, was sie mit ihren Mitarbeitern machen mit keinem Geld der Welt wieder gut machen. Habt ihr schon mal die Verkäufer bei Edeka geehen? Die Puscheln durch den Laden und halten Schwätzchen mit den Kunden, beraten sie ausführlich und scannen in der Kasse gemütich und unterhalten sich dabi. Sowas schonmal bei Aldi gesehen? NEIN. Warum? Weil die mitabreiter dort mit einem irsinnig großen Druck arbeiten müssen. Haben bestimmte Kassenleistungen einzuhalten, müssen so und so vile Regale in einer bestimten Zeit einräumen usw. Klar das da keine Zeit zum schwätzen bleibt.Aldi ist zwar von der Qualität eine echt gute firma, aber das war auch alles. Aldi kümmert sich nämlich ein Dreck um die Mitarbeiter. Warum den auch? Haben doch ihr Geld. Das brauch die nicht zu intereseren.Ich würde da echtml einen Streik machen, aber dann werden alle Mitarbeiter die streiken rausgeworfen. Aldi steht für Druck, Ausbäutung und Phsychische Schäden. Mehr habe ich nicht zu sagen.
Philipp am 28. Dezember 2008 um 21:13 Uhr
….stimmt Phillp….So ist es: ich verachte jeden Aldi-Kunden. Aber es gibt immer Menschen, die sich für nichts interessieren, daran wird die Welt zugrunde gehen, dann aber zum Glück mit den Erfindern des Discounts….
Lothar am 10. Januar 2009 um 16:23 Uhr
Hallo, ich habe soeben diese Seite beim Googeln entdeckt.
Kann hier jemmand auch was über die Bedingungen der Angestellten in der Verwaltung (Sekretariate,Personalbereich, Einkauf etc.) sagen? Wie ist dort im Allgemeinen die Stimmung? Auch so ein Druck und Kontrolle?
Danke schon mal.
Karla am 22. Januar 2009 um 9:53 Uhr
der lesenwerte Artikel in der Stuttgarter Zeitung hat erneut einen neuen Link bekommen…
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1947236_0_2147_vorwuerfe-von-aldi-mitarbeitern-klappe-halten-schneller-leistung-.html
Martina am 5. März 2009 um 13:52 Uhr
Es ist tatsächlich so wie es in den Artikeln steht.
Ich arbeite seit 18 Jahren bei Aldi Süd. Die Älteren
Mitarbeiter wollen sie loshaben. Bei mir ist es so das
wir heuer umziehen, wollte versetzt werden, was ich schon seit einem Jahr versuche, aber es heißt immer es ist nichts frei,
kann durchaus sein weil ja die Lehringe bevorzugt über-
nommen werden. Aber man sieht – lange Betriebszugehörigkeit
zählt nicht, in Gegenteil man bekommt zu hören:
” Sie können ja kündigen ” und zu Lidl, Netto, Penny usw…gehen.
Sie bekommen ein 1 A Arbeitszeugnis und das wars dann.
Die Möglichkeit das ich dann wieder bei arbeiten kann, falls sie irgendwann wieder jemanden brauchen ist gegeben, laut Aussage von unserem Bezirksleiter… wer glaubt wird selig, reine
Augenwischerei… -:(((
Babs am 28. Februar 2010 um 12:53 Uhr
also jetzt mal ganz langsam hier ich weiß ja nicht was in euren dummen köpfen so vor sich geht…
also wem aldi nicht passt der soll halt in einen anderen laden gehen und aldi nicht so schlecht machen!!ich arbeite gerne bei aldi und werde auch bei aldi bleiben mein ganzes leben…aldi bietet chancen die man nirgends anders bekommt!!!und die wo sagen man mus bei aldi viel zu viel arbeiten und steht nur unter druck der hat keine ahnung vom leben…in anderen firmen hat man auch termindruck bei aldi ist das genau das gleiche!!!jeder der bei aldi arbeitet sollte seinen beruf lieben den das setz aldi vorraus…was erwaretet ihr das wir die auch rumstehen sollen und reden sollen oder was!?!?!also ich geh in aldi um zu arbeiten und nicht um zu reden…entweder man lebt für aldi oder man lässt es einfach sein!!aldi tut sehr viel für seine mitarbeiter!!!ja man bekommt viel geld aber das heißt nicht das aldi damit i-was wieder gut machen muss…wir wissen für was wir arbeiten…und wenn aldi wirklich so schlecht ist wie einige das behaupten-> warum ist aldi dann einer der weltführenden discounter!?!?weil er so schlecht ist oder!?!?!ganz bestimmt nicht!!!und wer dem druck von aldi nicht stand halten kann der soll gehen und sich nicht beklagen!!!was ist mit dem bau wird da nicht viel verlangt??-> termindruck, schwere sachen tragen, den ganzen tag in der prallen sonne, von morgens sieben bis abends um fünf arbeiten…usw…also da kann man sich dann bei aldi wirklich nicht beklagen!!!
und zu dir babs-> mal daran gedacht das deine leitungen vllt nicht gut genug sind!?!?wenn es dir nicht passt dann kannst du ja kündigen und beim lidl und co für ca. 1200 brutto arbeiten wenn man das da überhaupt bekommt…
also ich arbeite sehr gerne beim aldi und fühle mich da auch richtig wohl…
ALSO FÜR ALLE DIE KEINE AHNUNG HABEN EINFACH MAL FRESSE HALTEN
jessy am 6. Juni 2010 um 0:49 Uhr