Wer kann da hinein seh’n?
Gästebucheintrag bei Radio Q:
Hallo,
durch Zufall bin ich auf diese tolle Seite gestossen,
gefällt mir sehr gut und über einen Gegenbesuch
würde ich mich sehr freuen.
Ich mache auch Musik momentan nehme ich beim
1.Deutschen Musik-Preis der Presse teil
liebe Grüsse von Jenny-J
unter:
www.jenny-j.de
kannst du dich auch in
meinem Gästebuch eintragen
ich würde Mich sehr freuen
Jenny J
So weit, so schlecht. Unter der angegebenen Adresse findet sich eine, ähm, sagen wir, eher semiprofessionell gemachte Webseite der, ähm, Sängerin “Jenny-J”, die laut eigenen Angaben am “ersten deutschen Musikpreis der Presse” (so was wie der Echo der vereinigten deutschen Provinzblätter) ab 15. April teilgenommen hat. Da muss man doch tatsächlich nur eine SMS an eine Nummer schicken, um zu “voten” (49ct/SMS), wieso kommt mir das nur bekannt vor? Ach ja, dafür hat man übrigens noch ein bisschen Zeit, bis Ende November 2005 nämlich.
Ob sie wohl gewinnen wird? Ich kann’s mir eigentlich nicht anders vorstellen, angesichts dieser lyrischen Genialität:
Ever if you laught [sic!], I laught with you.
And we’re driving around and look for the stars.
All what we do in the future I don't know.
But all what I say now, it is the truth.
Gemanagt wird Jenny-J von Sven Fettelschoß (der Mann braucht dringend ein Pseudonym), und der hat noch ein paar musikalische Asse mehr im Ärmel:
Deutsch-Chanson-Barde Michael Haaga zum Beispiel. Der Mann weiß mit Knallern wie und zu überzeugen. Die Frage, die Haaga im letztgenannten Song wieder und wieder stellt, “Wer kann da hinein seh’n?” kann ich zumindest so beantworten: Haaga nicht, denn der ist blind. Sagt er zumindest.
Haaga, Jenny-J und auch Fettelschoß selbst sind auf http://www.planet-f.info vereint. Letzterer, der seinerseits mit “speziell für den Aerobicbereich” abgemischter Musik (zu wahrlich günstigen 22,90 EUR für eine 45-Minuten-CD) sicherlich jede Provinzturnhalle zum Kochen bringt, nennt somit ein Potpourri des schlechten Geschmacks sein Eigen, für das sich sogar Frank Farian schämen würde. Respekt!

[...] rzhalbwertszeitiges Popsternchen aus den Niederlanden. Über Musikgeschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber dass den jungen Leuten so ein negatives Weltbi [...]
Listen Up! dominik.osterholt.weblog » … also lass es lieber gleich bleiben. am 29. Mai 2005 um 10:28 Uhr
Hey, Dominik.
Sehr lustig und schlau geschrieben, deine “Rezession”…
Spiele selbst in ‘ner Band; wir suchten vor geraumer Zeit ‘ne geangliche Verstärkung und du glaubst gar nicht, wer alles glaubt singen zu können!
Überhaupt: Klasse Seite, gute Ideen + Anregungen! Macht Spaß zu stöbern!
Grooze aus Mainz,
Chsirtoph
Christoph am 24. August 2005 um 14:31 Uhr