Hautnah



Gesehen am Freitag. Reaktion: überrascht. Ich hatte die Filmbeschreibung vielleicht auch zu unaufmerksam gelesen, jedenfalls rechnete ich mehr mit einer romantischen Tragikkomödie (einem typischen Julia-Roberts-Film eben), aber so kann man “Hautnah” nun wirklich nicht nennen. Überhaupt schwer, den Film zu kategorisieren.

Die erfolgreiche Fotografin Anna (Julia Roberts) verliebt sich in den gutaussehenden, selbstsicheren Dan (Jude Law), der seinerseits aber eigentlich an Stripperin Alice (Natalie Portman) vergeben ist. Und da ist dann noch der anfangs ziemlich lächerlich wirkende Arzt Larry (ganz großartig, und zu Recht mit Golden Globe bedacht: Clive Owen), der Anna parallel zu ihrer Affäre mit Dan heiratet. Ziemlich gleichzeitig lernt aber Larry auch Alice kennen, und der Film betrachtet fortan annähernd jede nur mögliche Beziehungskonstellation der Protagonisten. Die Sprache ist dabei sehr direkt (FSK: 12), ohne völlig plump zu wirken, erweckt aber letztendlich den Eindruck, alles drehe sich immer und ewig nur um Sex. Auch wenn die SZ das anders sieht: mich hat diese Reduzierung schon gestört.

Ansonsten ist “Hautnah” prickelnde Unterhaltung voller Leidenschaft, wenngleich kein Sex zu sehen ist. Grandioser Soundtrack. Sehenswert.

CLOSER, USA 2004 – Regie: Mike Nichols. Buch: Patrick Marber, nach seinem Bühnenstück. Kamera: Stephen Goldblatt. Schnitt: John Bloom, Antonia Van Drimmelen. Mit: Natalie Portman, Jude Law, Julia Roberts, Clive Owen. Columbia, 110'.

Hautnah - Closer: Offizielle Website




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