Ersti-Flut
In einer Studentenstadt wie Münster (derzeit: fast 40.000 Studierende) ist ein Semesteranfang immer auch über die Gebäude der Universität hinaus zu spüren: Zu hunderten schließen sich die Erstis den von den Fachschaften organisierten Stadtrallyes, Blind-Date-Aktionen und sonstigen seltsamen öffentlichkeitswirksamen Exzessen an, nur um das vermeintlich wahre Leben in Münster kennenzulernen. Und, schlimmer noch: Mit ihren, für den gemeinen Münsteraner sofort erkennbaren (weil blitzeblanken), neuen Fahrrädern blockieren sie – auf der Suche nach ihren Hörsälen – sämtliche Fahrradwege, und ducken erschrocken die Köpfe, wenn der fiese Fünftsemestler sie beim Überholen absichtlich schneidet… Die Sprechstunden der Dozenten sind überfüllt, die Gänge der Institute brechend voll, die Gesichter der lernbegierigen Menschlein zu einem einzigen Fragezeichen verzogen – und all dies gipfelt schließlich nur in der einen, so befreienden Erkenntnis gegen Ende des ersten Semesters: So wild und wichtig ist das Uni-Leben gar nicht. (Zum Glück bin ich nicht arrogant.)

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